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Klassische orthoptische Übungen: Brock-Schnur, Stiftannäherung und mehr

Veröffentlicht am: 27. Juli 2026

Kurz gesagt

Klassische orthoptische Übungen zielen auf Augenstellung und Fokussierkoordination und haben ihren festen Platz etwa bei Konvergenzschwäche. Die Suppression bei Amblyopie treffen sie nicht direkt; dafür braucht es Arbeit, bei der der Inhalt auf beide Augen verteilt wird.

Eines der ersten Bilder zur Sehtherapie ist eine Schnur mit farbigen Perlen. Diese klassischen Übungen werden seit Langem genutzt und helfen in bestimmten Situationen wirklich.

Welche Übung zu wem passt, entscheidet stets die Praxis.

Die Brock-Schnur

Eine Schnur mit mehreren Perlen wird an einem festen Punkt befestigt, das andere Ende liegt an der Nase. Fixiert man eine Perle, macht die Schnur die Blicklinien sichtbar: Bei korrekter Fixation sieht man zwei Schnüre links und rechts der Perle vorbeilaufen.

Diese sofortige Rückmeldung macht den Wert der Übung aus: Man sieht unmittelbar, ob beide Augen beteiligt sind; wirkt die Schnur einfach, ist der Beitrag eines Auges gesunken.

Ziel ist, beide Augen zu üben, sich in verschiedenen Entfernungen am selben Punkt zu treffen und dort zu bleiben.

Stiftannäherung und Konvergenzübungen

Ein Stift wird aus Armlänge langsam zur Nase geführt, während ein Einzelbild gehalten wird. An dem Punkt, an dem die Doppelung beginnt, hält man an und führt den Stift wieder nach außen.

Die Übung zielt auf die Fähigkeit, die Nahfixation zu halten, und wird oft bei Konvergenzschwäche empfohlen.

So einfach sie wirkt, sie muss richtig ausgeführt werden: gleichmäßiges Tempo und Doppelbilder nicht ignorieren. Falsch wiederholt erzeugt sie Müdigkeit statt Nutzen.

Marsden-Ball und Blickfolge

Ein von der Decke hängender Ball mit Buchstaben oder Zahlen wird beim Schwingen verfolgt. Ziel ist, ein bewegtes Ziel mit beiden Augen gleichmäßig zu verfolgen.

Diese Arbeit zielt auf flüssige Augenbewegungen und Auge-Hand-Koordination und wird mit dem Zeilenhalten beim Lesen verknüpft.

Der Unterschied zur dichoptischen Arbeit

Die meisten orthoptischen Übungen zielen auf Stellung und Fokussierkoordination. Sie sind stark, wenn die Schwierigkeit vor allem im gemeinsamen Positionieren liegt.

Bei Amblyopie ist die zentrale Frage die Suppression. Sie direkt zu treffen verlangt einen Aufbau, bei dem der Inhalt auf beide Augen verteilt ist und die Aufgabe nur mit beiden gelingt. Das unterscheidet dichoptische Arbeit.

Beides sind keine Konkurrenten; je nach Bild plant die Praxis das eine, das andere oder beides.

Begriffe in diesem Text

Orthoptische Übung
Übungen für das Zusammenspiel und die Fokussierung der Augen, angeleitet von Ärztin, Arzt oder Orthoptistin.
Brock-Schnur
Ein einfaches Übungsmittel, eine Schnur mit farbigen Perlen, das den Treffpunkt beider Augen sichtbar macht.
Konvergenz
Die Augen drehen sich beim Blick in die Nähe nach innen.
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